Die Backpack-Diät: 5 Tipps für einen leichteren Rucksack

Ob beim Rucksack packen vor der Wanderung oder nach dem Shoppen auf der Reise – an einem gewissen Punkt im Leben eines Backpackers wird es immer eng. In diesem...
Bild zu fünf Tipps wie man beim Rucksack packen Gewicht sparen kann

Leicht gemacht: dein Rucksack.

Jeder Backpacker kennt das Problem: zu viele Sachen und zu wenig Rucksack. 

Ob es beim Rucksack packen vor der Wanderung ist oder nach dem Shoppen auf der Reise – an einem gewissen Punkt im Leben eines Backpackers wird es immer eng. In diesem Artikel habe ich dir fünf Tipps zusammengestellt, wie du deinen Rucksack ganz einfach leichter machst. 

Tipp 1: Das Minimalprinzip des Packens

Jeder unnötige Ballast fliegt raus. 

Mit dieser ersten und wichtigsten Regel gewinnt das Rucksack packen nicht nur eine philosophische Note, sondern vereinfacht dir auch die Reise. Denn je leichter dein Rucksack ist, desto weniger wirst du ihn bemerken. Und je weniger du deinen Rucksack bemerkst, desto freier wirst du dich fühlen und umso aufmerksamer wirst du deine Umgebung wahrnehmen können. Also raus mit dem Notfall-Shirt, dem fünften Paar Socken, der Vorratspackung Duschgel und der 20.000 mAh-Powerbank.

Konzentriere dich fürs Erste nur auf das, was du auf jeden Fall brauchst. Also zum Beispiel eine leichte Hose, zwei T-Shirts, zwei Paar Socken, zweimal Unterwäsche und die minimale Hygieneausstattung (in meinem Fall Zahnbürste, Zahnpasta, Deo und Seife).

Alles andere kommt in den nächsten Schritten.

Tipp 2: Denke in Schichten

Mache dir das Zwiebelprinzip zunutze. 

Auch wenn du keinen Gipfelsturm oder eine Survival-Tour durch die Arktis planst, lohnt sich ein Blick auf die Methoden der Profis. Nicht umsonst denkt ein Alpinist in Schichten. Zwei Hemden ergeben einen Pullover und zwei Pullover eine Jacke. Das ist jetzt natürlich sehr vereinfacht ausgedrückt, aber so in etwa solltest du beim Packen denken. Packe immer so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig ein. 

Jedes Kleidungsstück ist überflüssig, so lange du nicht darauf angewiesen bist. Also keine „Für-den-Fall-dass“-Kleidungsstücke und möglichst viel universell einsetzbare Kleidung in den Rucksack packen. Eine Badehose kann auch als kurze Hose funktionieren und umgekehrt. Und eine Zipper-Hose kann lange Hose, kurze Hose und Badeshorts in einem sein. 

Tipp 3: Die Obergrenze

Setze dir ein Maximalgewicht. 

Meistens merkt man während der Reise, wie idiotisch es war, dass man sich mal wieder von seinem Sicherheitsdenken hat lenken lassen. „Sind doch nur ein paar Gramm mehr“, wird wohl der Standardsatz in so einem Moment sein. 

Hier mal eine kleine Beispielrechnung: 

  • Smartphone: 200 g
  • 1 T-Shirt (Baumwolle): 240 g
  • 1 Boxershort: 70 g
  • 1 Paar Socken: 50 g
  • Aufblasbares Kissen: 160 g
  • Duschgel: 200 g

Alleine diese sechs Kleinigkeiten ergeben zusammen fast ein Kilo Gepäck, das man problemlos halbieren kann. Das Duschgel füllt man sich in ein kleines Fläschchen (z.B. diese handgepäcktauglichen Universalfläschchen) ab, anstatt der Klamotten nimmt man eine kleine Tube Rei mit und das Kissen bastelt man sich bei Bedarf aus einem Multifunktionstuch (z.B. das Buff Lightweight Merino), welches man mit anderen Klamotten füllt und an beiden Enden zuknotet. Somit sparst du sofort ein halbes Kilo und musst nicht mal auf dein Smartphone verzichten.

Überlege dir also im Voraus, welches Gewicht du die ganze Zeit mit dir herumschleppen willst. Probiere es optional mit Gewichten oder gefüllten Wasserflaschen aus. Und dann setze es konsequent um. 

Kleiner Tipp: Ein trainierter Wanderer kann über einen längeren Zeitraum etwa 20-25 Prozent seines Körpergewichts auf dem Rücken tragen. 

Mein Rucksack wiegt in der Regel nicht mehr als 12 Kilogramm. Das ist ein Gewicht, mit dem ich auch auf längeren Tagesetappen gut arrangieren kann, ohne dass es mich besonders beim Laufen stört. Dabei muss ich weder auf mein Kameraequipment samt Powerbank und GoPro, noch auf Gaskocher, Schlafsack, Isomatte und Zelt verzichten. Wie das funktioniert, werde ich demnächst in einer Packliste beschreiben. 

Merke: Schmutzige Kleidung kann man waschen, Nahrungsmittel kann man kaufen und Beauty kann man zuhause betreiben. 

Leichte Funktionswäsche kann dir den Aufstieg erheblich erleichtern.

Tipp 4: Technik ist dein Freund

Gewicht reduzieren durch leichte Materialien

Leichtbau ist in aller Munde und wird durch effizientere Fertigungsprozesse auch immer erschwinglicher. Ob im Auto- oder Flugzeugbau, bei Schuhen oder Handys – überall gilt: je leichter, desto besser. Dass darunter weder die Haltbarkeit noch die Funktionalität leiden müssen, beweisen Kohle- und Mikrofasern, Aluminiumlegierungen und Merinowolle schon lange. Gerade bei längeren Wanderungen empfiehlt es sich, auf so viel Baumwolle wie möglich zu verzichten. Der Grund ist einfach: Baumwolle ist schwer, wenig atmungsaktiv und trocknet nur sehr langsam. 

Also raus mit der alten Jeans und dafür lieber in eine gute und leichte Wanderhose mit Gore-Tex-Membran investieren. Anstatt des großen Badetuchs lieber zwei kleine Mikrofaser-Handtücher einpacken und im Zweifelsfall ruhig noch ein T-Shirt rausschmeißen. 

Tipp 5: Die richtige Technik beim Rucksack packen

Mindestens genauso wichtig wie das tatsächliche Gewicht des Rucksacks ist das gefühlte Gewicht. Wer den Backpack falsch packt, schindet sich nicht nur unnötig, sondern belastet seinen Körper auch einseitig. Dabei ist es überhaupt nicht schwierig, seinen Rucksack richtig zu packen. 

Als Faustregel gilt: Schweres Gepäck kommt in die Mitte des Rucksacks und dort möglichst nah an den Rücken. 

Die Geometrie eines Reise- bzw. Wanderrucksacks ist darauf ausgelegt, das Gewicht der Zuladung möglichst optimal auf den Körper zu übertragen. Diese Lastverteilung funktioniert am besten, wenn sich das meiste Gewicht ungefähr auf der Höhe der Schultern und nahe am Rücken befindet. Liegt der Schwerpunkt zu tief, fühlt sich der Rucksack bald eher an wie ein Sack. Liegt er dagegen zu hoch, kommt er ins Pendeln und bringt dich schnell aus dem Gleichgewicht. 

Je weiter das schwere Gepäck außerdem vom Rücken entfernt ist, desto größer wird auch die Hebelwirkung. Das Ergebnis: das Gewicht deines Rucksacks wird sich noch schwerer anfühlen, weil du (insbesondere mit der Rumpfmuskulatur) die Hebelwirkung des Rucksacks ausgleichen musst, indem du dich beim Laufen stärker nach vorne lehnst.

Gerade bei steilen Passagen kann eine falsche Lastenverteilung zu schneller Ermüdung führen.

Über die richtige Technik des Rucksack-Packens könnte man theoretisch ein komplettes Buch füllen, aber mit dieser Kurzanleitung hast du schon mal die halbe Miete.

In diesem Sinne hoffe ich, dass dir meine fünf Tipps dabei helfen, deine nächste Rucksackreise ein wenig zu erleichtern.

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Moin, ich bin Julian. Mir wurde einmal gesagt, dass Symmetrie die Kunst des kleinen Mannes sei. Deshalb schreibe ich hier in schöner Unregelmäßigkeit über das Reisen, über Fotografie, über Technik und über andere Dinge, die andere vielleicht auch anders sehen.
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